Thema von Philosophin.ch ist die Stellung der Philosophie in der Schweiz 

Das Selbstbild des Fachs Philosophie an den Schweizer Universitäten und Gymnasien

Philosophin.ch thematisiert nicht feministische Theorien, wie der Name des Portals dazu verleiten könnte. Der Name ist notgedrungen entstanden, da die Domains Philosophie.ch und Philosoph.ch bei der Erstellung dieser Webseite bereits vergeben waren. Zudem kann ohnehin der geschlechtsspezifische Titel dieses Berufs nicht die philosophische Disziplin vorgeben. 

Philosophin.ch will nicht philosophieren, sondern die prekäre Lage der Philosophie in der Schweiz offen diskutieren und aussprechen. An den Universitäten und Gymnasien wird das Fach Philosophie zunehmend unbedeutender. Die Philosophie verliert allmählich ihre Präsenz. An die Stelle der Philosophie treten zunehmend zeitgemässe Fächer: Sozialwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Medienwissenschaften und Psychologie. Die philosophischen Wissenschaften verlieren zunehmend die Anerkennung einen nützlichen Beitrag an die Gesellschaft zu liefern.

Woran liegt das schwindende gesellschaftliche Interesse an der Philosophie? Dafür ist vor allem einen Grund zu nennen: Es wurde versäumt das Fach Philosophie an den verändernden politischen und wirtschaftlichen Bedingungen des letzen Jahrzehnts in der Schweiz anzupassen.

1. An den Universitäten sehen sich heute die Philosophen hauptsächlich in der vermittelnden Rolle der Philosophiegeschichte. Philosophieren beschränkt sich auf die Erhaltung des kulturellen Gedächtnisses. Philosophieren bedeutet sich mit toter Materie zu beschäftigen. Ein Philosoph ist vornehmlich ein historischer Wissenschaftler. Geschichte ist zwar ein unverzichtlicher Bildungsträger für ein Land, nicht aber Produktivitätsfaktor. 

2. Die Philosophie ist in der Schweiz als ein eigenständiges Fachstudium konzipiert. Philosophie wird nicht als Grundlage oder Teil vieler Fächer verstanden, d.h. der restlichen wirtschaftlich orientierten Fächer. Der Philosophie ist im Bologna ein loser Softskill.

3. Das Fach Philosophie ist auf die Sprachwissenschaften reduziert. Mit der Verstärkung der Liberalisierung in der Schweiz ist ein allgemeines schwindendes Interesse an den Sprachwissenschaften feststellbar und damit auch an der Philosophie. Zwischen der Philosophie und den Ingenieurwissenschaften gibt es in der Forschung kaum Berührungspunkte.

 

Philosophin.ch thematisiert in den einzelnen Rubriken die problematische Stellung der Philosophie in einem vertieften Verständnis und lädt die Portal-Besucher zu einer Diskussion ein.